Gesundheit und Soziales

Jetzt aber endlich Fairplay

Asklepios-Fachkliniken Brandenburg

Jetzt aber endlich Fairplay

ver.di-Tarifkommission fordert Corona-Sonderzahlung sowie Angleichung an den TVöD
Wir sind es wert Pascal Klein ver.di-Tarifkommission fordert Corona-Sonderzahlung sowie Angleichung an den TVöD


Jetzt aber endlich Fairplay: Am morgigen Freitag startet ver.di Berlin-Brandenburg die Tarifverhandlungen für die rund 1.600 Beschäftigten der Asklepios-Fachkliniken Brandenburg mit ihren psychiatrischen Fachkliniken in der Stadt Brandenburg, in Teupitz und in Lübben.

Eine bei den Asklepios-Fachkliniken Brandenburg angestellte Pflegefachkraft auf einer psychiatrischen Station verdient in Wechselschichtarbeit für die gleiche Arbeit über 400,00 Euro brutto monatlich weniger als eine Pflegefachkraft, die nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) beschäftigt ist. Das sind mehr als zehn Prozent unter den marktüblichen Bedingungen.

Die betriebliche ver.di-Tarifkommission fordert daher, die Pflegekräfte der Asklepios-Fachkliniken Brandenburg nicht weiterhin drastisch schlechter zu stellen. Sondern sie nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) zu beschäftigen, wie er in den hauseigenen Asklepios-Kliniken in Hamburg, im Potsdamer Klinikum Ernst von Bergmann, im städtischen Klinikum Brandenburg sowie in den Vivantes-Krankenhäusern und der Charité in Berlin längst Alltag ist. „Die Kolleginnen und Kollegen arbeiten länger und verdienen schlechter. Diese Ungerechtigkeit wollen wir jetzt endlich beenden“, sagt ver.di-Verhandlungsführer Ralf Franke.

Um den Weg zum TVöD für den Arbeitgeber einfacher zu gestalten, schlägt ver.di eine schrittweise Anpassung vor. Die ver.di-Tarifkommission fordert im ersten Schritt neben der Erhöhung der Tabellenentgelte eine monatliche Zulage für Pflege in Höhe von 70,00 Euro, für Wechselschicht in Höhe von 155,00 Euro, für die Arbeit auf der Intensivstation in Höhe von 100 Euro sowie mehr Zusatzurlaub für die Wechselschichtarbeit. Im nächsten Schritt soll dann auch die wöchentliche Arbeitszeit ab 2023 an den TVöD angeglichen und in drei Jahresschritten um eine halbe Stunde bei vollem Lohnausgleich reduziert werden – um dann ab 2025 bei einer wöchentlichen TVöD-Arbeitszeit von 38,5 Stunden zu landen.

Der Asklepios Konzern ist im TVöD zuhause. Allein in den Asklepios-Kliniken in Hamburg beschäftigt er seit vielen Jahren mehr als 14.500 Beschäftigte nach dem TVöD. Es dürfte also für das Management des privaten Klinikkonzerns keine besondere Herausforderung sein, die 1.600 Brandenburger Beschäftigten innerhalb von vier Jahren ebenfalls an den TVöD heranzuführen.

„Der TVöD ist der einzige Weg, um die Beschäftigten in Krankenhäusern angemessen zu bezahlen“, so Ralf Franke weiter. „Alle Krankenhäuser erhalten die gleichen Zahlungen von den Krankenkassen, daher sollten sie ihre Beschäftigten auch gleich bezahlen.“

Die ver.di-Tarifkommission fordert außerdem eine steuer- und abgabenfreie Corona-Sonderzahlung in Höhe von bis zu 600,00 Euro. Diese Zahlung haben viele öffentlich Beschäftigte in Krankenhäusern und bei den Asklepios-Kliniken in Hamburg bereits im Dezember 2020 erhalten.