Handel

Erneut Warnstreiks im Großhandel und bei Bofrost

Tarifrunden Handel 2021

Erneut Warnstreiks im Großhandel und bei Bofrost

Tarifrunde Groß- und Außenhandel Berlin-Brandenburg
Ohne uns kein Geschäft! Kampagnenlogo auf einer Warnweste beim Streik Helmut Roos Ohne uns kein Geschäft!


Für den morgigen Freitag, den 9. Juli 2021 hat die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) erneut Beschäftigte im Groß- und Außenhandel in Brandenburg zu einem Warnstreik aufgerufen. Betroffen sind u.a. das REWE Lager Oranienburg sowie die bofrost-Standorte Blankenfelde-Mahlow, Ahrensfelde-Blumberg, Velten und Cottbus. Zentraler Streikort ist das Rewe-Lager in Oranienburg. Dieser Streik findet im Zusammenhang mit der Tarifauseinandersetzung im Groß- und Außenhandel Brandenburg statt. Die bofrost-Streikenden setzen sich für die Tarifbindung im Großhandel ein. Hier verweigert der Arbeitgeber die Anerkennung der Flächentarifverträge.

„Bisher haben die Arbeitgeber im Berliner und Brandenburger Groß- und Außenhandel ein völlig unzureichendes Angebot vorgelegt. Sie bieten eine Entgelterhöhung von 1,5 Prozent erst zum März 2022 an, eine weitere einprozentige Erhöhung soll erst zum November 2022 folgen. Mit einer derartigen Erhöhung würden die Beschäftigten Reallohnverluste hinnehmen müssen. Da dies nicht einigungsfähig ist, wird gestreikt“, sagt Franziska Foullong, ver.di-Verhandlungsführerin.

Außerdem wollen die Arbeitgeber differenzieren. Unternehmen, die sich selbst als wirtschaftlich schwach bezeichnen, sollen eine zu vereinbarende Erhöhung nach hinten schieben können. Im Ergebnis würde dadurch die Einheitlichkeit des Flächentarifvertrages verloren gehen. Das vorgeschlagene Verfahren ist daher nicht hinnehmbar.

„Die Beschäftigten bei Bofrost fordern endlich nach Flächentarif bezahlt zu werden. Bofrost hingegen zahlt den Löwenanteil des Gehalts in einem intransparenten System umsatzabhängig aus. Die Fahrerinnen und Fahrer und Kundenbetreuer brauchen ein existenzsicherndes Grundgehalt nach Tarif. Das verweigert das Unternehmen. Da keine Lösung auf dem Verhandlungsweg zu erzielen ist, wird gestreikt, um den Druck zu erhöhen“, sagt ver.di-Verhandlungsführerin und Fachbereichsleiterin Conny Weißbach. 

ver.di fordert für den Groß- und Außenhandel eine Erhöhung von Löhnen, Gehältern und Ausbildungsvergütungen um 6 Prozent, mindestens aber um 150, beziehungsweise 70 Euro, ein rentenfestes Mindestentgelt von 12,50 Euro pro Stunde. Nach Auffassung von ver.di sollen die Tarifverträge für allgemeinverbindlich erklärt werden. Damit könnten in der Branche faire Wettbewerbsbedingungen für alle Unternehmen erzielt werden.