Handel

Streik im Berliner und Brandenburger Einzelhandel

Tarifrunden Handel 2021

Streik im Berliner und Brandenburger Einzelhandel

Tarifrunde Einzelhandel Berlin-Brandenburg
Ohne uns kein Geschäft ver.di Ohne uns kein Geschäft  – Tarifrunden Handel 2021


ver.di ruft die Beschäftigten des Einzelhandels der Region zu einem Streik am Freitag, dem 02.07.2021 auf. Betroffen sind Betriebe der Unternehmen wie Rewe, EDEKA, Kaufland, Penny, Ikea oder Galeria. Zentraler Streikort ist der Berliner Wittenbergplatz.

Die erste Tarifrunde zwischen ver.di und dem Handelsverband am Freitag dem 25. Juni 2021 für die rund 141.000 Berliner und 78.000 Brandenburger Einzelhandelsbeschäftigten ist ergebnislos verlaufen. Die Arbeitgeberseite hat kein konkretes Angebot vorgelegt.

ver.di fordert für die diesjährige Tarifrunde des Einzelhandels in Berlin und Brandenburg eine Erhöhung der Löhne und Gehälter und Ausbildungsvergütungen um 4,5 Prozent plus 45 Euro pro Monat. Außerdem setzt sich die Gewerkschaft für ein rentenfestes Mindestentgelt von 12,50 Euro pro Stunde ein. Zudem will ver.di erreichen, dass die Tarifverträge des Einzelhandels für allgemeinverbindlich erklärt werden und sie für alle Beschäftigten der Branche gelten. Die Tarifverträge sollen eine Laufzeit von 9 Monaten haben. Der nächste Verhandlungstermin wurde auf den 30.Juli 2021 festgelegt. Der nächste Verhandlungstermin wurde auf den 30.Juli 2021 festgelegt.

„2020 hat der Lebensmittelhandel mit einem Umsatzwachstum von 8 Prozent den höchsten Umsatzanstieg seit Beginn der statistischen Aufzeichnung vor 27 Jahren erwirtschaftet. Der stationäre Einzelhandel hat einen Umsatzanstieg von 3 Prozent erwirtschaftet. Aus diesem Grund fordern die Beschäftigten einen fairen Anteil. Die Preise steigen unerbittlich, besonders die Energie- und Mietkosten. Es ist nach Aussage von Wirtschaftsexperten mit einer Teuerungsrate von mindestens 2,4 Prozent in 2021 zu rechen. Diese Preissteigerung trifft alle Beschäftigten, auch die, die von Kurzarbeit betroffen waren. Die Unternehmen konnten durch milliardenschwere Wirtschaftshilfen und den Erlass der Sozialversicherungsbeiträge beim Kurzarbeitergeld ihre pandemiebedingten Verluste abfedern. Die Beschäftigten nicht. Daher ist eine tabellenwirksame Reallohnerhöhung zwingend nötig“, so Conny Weißbach, Fachbereichsleiterin Handel im ver.di-Landesbezirk Berlin-Brandenburg.

Bei der zentralen Streikkundgebung am morgigen Freitag soll u.a. für die Allgemeinverbindlichkeit des Handelstarifvertrages geworben werden. Eine Allgemeinverbindlicherklärung ist aus Sicht von ver.di wichtig, um den Tarifvertrag für alle verbindlich zur Geltung zu bringen. Durch eine Mitgliedschaft ohne Tarifbindung im Arbeitgeberverband entziehen sich immer mehr Unternehmen des Einzelhandels dem Tarifvertrag.