Handel

Erste Tarifverhandlungsrunde

Tarifrunden Handel BB 2021

Erste Tarifverhandlungsrunde

Tarifrunde für den Einzel- und Versandhandel in Berlin und Brandenburg
WIR sind der Handel! ver.di WIR sind der Handel!


Die diesjährige Tarifrunde für die rund 141.000 Berliner und 78.000 Beschäftigten im Brandenburger Einzelhandel beginnt am morgigen Freitag, dem 25. Juni 2021. Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) verhandelt mit dem Handelsverband Berlin Brandenburg e.V.

ver.di fordert für die Tarifrunde Einzelhandel 2021 eine Erhöhung der Löhne und Gehälter und Ausbildungsvergütungen um 4,5 Prozent plus mindestens 45 Euro pro Monat. Außerdem setzt sich die Gewerkschaft für ein rentenfestes Mindestentgelt von 12,50 Euro pro Stunde ein. Zudem will ver.di erreichen, dass die Tarifverträge des Einzelhandels für allgemeinverbindlich erklärt werden. Dies würde endlich für mehr Lohngerechtigkeit und für gleiche Wettbewerbsbedingungen in der Branche sorgen. Die Tarifverträge sollen eine Laufzeit von 9 Monaten haben.

„In den anderen Bundesländern laufen bereits die Tarifrunden. Dort haben die Arbeitgeber so geringe Angebote vorgelegt, sodass den Beschäftigten ein dauerhafter Reallohnverlust droht, daher gab es dort bereits mehrere Streikwellen. Auch für unsere Region erwarten wir schwierige Verhandlungen. Wir fordern von den Arbeitgebern Reallohnsteigerungen für die Beschäftigten. Der Einsatz der Beschäftigten vor allem auch während der Pandemie muss sich auszahlen. Sie haben überdurchschnittlich viel geleistet, indem sie die Bevölkerung versorgt haben und sich dabei vielfach gesundheitlichen Risiken ausgesetzt“, sagt Conny Weißbach, zuständige ver.di-Fachbereichsleiterin Handel und Verhandlungsführerin.

Im Einzelhandel – etwa in der Lebensmittel- oder Baumarktbranche – sind Rekordumsätze erzielt worden. Insgesamt hat der Umsatz im Einzelhandel 2020 um mehr als fünf Prozent zugelegt. „Daher werden wir nicht weiter zulassen, dass es immer noch Kolleginnen und Kollegen gibt, die Vollzeit arbeiten und später keine auskömmliche Rente erhalten“, so Conny Weißbach.

Darüber hinaus wird die Allgemeinverbindlichkeit der Tarifverträge des Einzelhandels gefordert. Dies hätte zur Folge, dass die Tarifverträge für alle Unternehmen und alle Beschäftigten der Branche verbindlich gelten würden. Auf diese Weise kann der zerstörerische Konkurrenzkampf über Arbeitsbedingungen beendet werden. Allgemeingültige Spielregeln innerhalb der Branche stellen die Personalkosten wettbewerbsneutral und verhindern Dumpinglöhne, die zu Armut im Alter führen.